Sprüche & Zitate

125 Jahre FC Bayern – Die besten Sprüche

von Carsten Germann3 hours ago
Foto: Imago

Der FC Bayern München wird am 125 Jahre alt – Für uns Grund genug, den Branchenriesen des deutschen Fußballs mit den besten Sprüchen zu würdigen. Mal philosophisch, mal populärwissenschaftlich. Fussballdaten.de nennt zum Geburtstag eine Auswahl.

Oliver Kahn
TorwartDeutschland
Zum Profil

Person
Alter
55
Größe
1,88
Gewicht
90
Fuß
R
Daten

Bundesliga

Spiele
557
Tore
-
Vorlagen
2
Karten
3421

Am 27. Februar 1900 trafen sich im „Café Gisela“ in der Fürstenstraße im Münchner Bezirk Maxvorstadt elf junge Männer, die die Fußballabteilung des MTV München unter Protest verlassen hatten.

Dass der Verein, den sie damals aus der Taufe hoben, 125 Jahre später 6-maliger Europapokalsieger der Landesmeister respektive Champions-League-Sieger, Gewinner in allen Europacupwettbewerben außer der 2021 eingeführte n Conference League und mit 33 Titeln Deutscher Rekordmeister sein würde, hätten sich die Herren damals nicht träumen lassen. Wie wahrscheinlich die meisten anderen Vereine in Europa auch nicht (außer sie verfügten, wie bei Real Madrid mitunter zu mutmaßen, über hellseherische Fähigkeiten…), denn der Europapokal wird erst seit 1955 ausgespielt.

Der ab 1913 als Präsident agierende Kurt Landauer († 1961) „erfand“ den FC Bayern der Vorkriegszeit.

Wilhelm Neudecker († 1993), Robert Schwan († 2002), der erste Manager des deutschen Fußballs, Superstar Franz Beckenbauer († 2024) und der ab 1979 wirkende Manager Ulrich „Uli“ Hoeneß machten ihn ab 1965 und beginnend mit dem Bundesliga-Aufstieg mit unglaublichem Geschäftssinn und gelebter Professionalität zu dem Verein, der wie kein anderer in Deutschland seitdem so heiß geliebt oder eben so kalt verachtet wird.

„Von internationaler Weltbedeutung“

Das sah auch der fränkische ARD-Kommentator Waldemar Hartmann so: „Der FC Bayern ist ein Verein von internationaler Weltbedeutung.“ Mindestens! Oder, wie es der Doppel-Double-Trainer Felix Magath formulierte: „Europäische Weltklasse!“

Für Andere war der FC Bayern ein Verein, bei dem es so menschelte, wie anderswo auch. Fand zumindest Cottbus-Trainer Eduard Geyer: „Mensch, die Bayern müssen beim Kacken doch auch die Arschbacken auseinander machen.“ 

„Verlieren verboten“

Scheinbar ging es aber nicht so wild zu wie bei anderen Klubs, die die Meisterschale holten. So beschwerte sich Paul Breitner: „In diesem Scheißverein kann man nicht mal richtig feiern.“ 

Der FC Bayern, sein traditionell hohes Anspruchsdenken und der Druck im Medien-München, diese Mischung verträgt nicht jeder Profi. „Bei Bayern München“, weiß Mehmet Scholl, eine Spaß-, Pass- und Sprüche-Maschine beim FC Bayern, „ist Verlieren eigentlich verboten.“ Kein anderer Trainer weiß das so gut wie er: „Don Jupp“ Heynckes (79).

  • Er war 4-mal Bayern-Trainer, zuletzt 2017/2018.

Der gebürtige Mönchengladbacher übernahm den damals gerade frisch gebackenen Rekordmeister 1987 erstmals als Coach. Mit der Erkenntnis: „Wer es bei Bayern München vier Jahre lang ausgehalten hat, der hält dem Druck bei jedem Klub der Welt stand.“ 

Nicht jeder Coach sah die Berufung zum Branchenführer im Nachhinein als Karrieresprung. Nachzuschlagen bei Otto Rehhagel, Gesammelte Werke, Ausgabe 1998/99: „Ich habe meinen Spielern immer gesagt: Meine Herren, meine Herren, passen Sie gut auf Ihr Geld auf, sonst müssen Sie eines Tages noch Trainer von Bayern München werden!“ 

Sprüche zum FC Bayern: „Eine Batterie mit drei Geschützen“

Andere Gegner wie VfB-Stuttgart-Erfinder Gerhard Mayer-Vorfelder („MV“ / † 2015) streckten vor den Großkopferten aus München die Waffen: „Die Bayern-Führung mit Beckenbauer, Rummenigge und Hoeneß ist eine Batterie mit drei Geschützen. Im Unterschied zur normalen Batterie, die ich aus meiner Bundeswehrzeit kenne, schießen sie allerdings in unterschiedliche Richtungen und nicht gleichzeitig.“ Bumm!

Was aber ist, wenn eben doch scheinbar gleichzeitig auf die Bayern „geschossen“ wird, wie vor dem legendären Saisonfinale 2001 gegen den FC Schalke 04?

Dann bauen die Münchner wie im wilden Münchner Westen eine Wagenburg und ziehen sofort die „Mia san Mia“-Flagge hoch. Dann wird es für jeden Gegner gefährlich!

Dass dies die pure Motivation ist, gestand Oliver „Der Titan“ Kahn vor dem entscheidenden Spiel am 19. Mai 2001 in Hamburg: „Bis auf die Bayern-Fans wird ganz Fußball-Deutschland gegen uns sein. Etwas Schöneres gibt es nicht!“ 

Wir könnten uns zwischendrin sicher noch was anderes vorstellen, aber scheinbar ist der FC Bayern immer dann am stärksten, wenn er angeschlagen. Wenn er von allen Richtungen unter Beschuss ist, wie Mayer-Vorfelder glaubte.

Promi-Fans auf der Tribüne im Olympiastadion bzw. seit 2005 in der hoch modernen Allianz Arena (u. a. 2-mal Schauplatz des Champions-League-Finales, 2012 und 2025) sahen es noch mal anders – und wenn es nur gegen Wattenscheid ging. „Ich gehe nicht schlechthin zur Bundesliga, ich gehe zum FC Bayern“, sagte der Wahl-Münchner und Wahl-Engländer Boris Becker.  Da ist anscheinend dann doch noch mal ein Unterschied...

Der Tennis-Star und Bayern-Fan erklärte den Unterschied zwischen Team- und Mannschaftssport 2001 vor dem CL-Finale in Mailand („Kahn! Die Bayern! Diiiie Baaayern!!“ / Marcel Reif) so: „Ich hätte auch gerne mal einen Oliver Kahn hinter mir gehabt.“ 

„Bayern München? Da langweilt sich sogar der Ball“

Anderen war der FC Bayern einfach zu langweilig. Dieter Hildebrandt († 2013 / „Baby, im Grunde sind es ja auch meine Fotos.“), ab 1950 Wahl-Münchner, Kabarett-Legende und 1860-Fan: „Bayern München? Da langweilt sich sogar der Ball!“ 

Der Münchner Volks-Schauspieler Gustl Bayrhammer († 1993) hatte wieder eine andere Meinung: „Es gibt Mannschaften, die wollen das Beste, aber Bayern will einfach alles.“ 

  • Genau deshalb lieben sie 400.000 Mitglieder und die Menschen in 4.098 organisierten Fanclubs, selbst in der Südwestpfalz, in Österreich und in Hamburg.

Und wir berichten beinahe täglich über sie… So bleiben, FC Bayern, so bleiben! 



Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.

— Helmut Schulte