Kolumbiens Skandal-Spiel warnt DFB-Frauen vor WM

von Marcel Breuer | dpa12:30 Uhr | 16.07.2023
Die DFB-Frauen wollen gegen Kolumbien unnötigen Zweikämpfen aus dem Weg gehen.
Foto: Dean Lewins/AAP/dpa

Erste WM-Stimmung am Trainingslatz, Bumerangs als Begrüßungsgeschenke und eine deutliche Warnung vom Gruppengegner Kolumbien - bei den deutschen Fußballerinnen läuft der Countdown zum WM-Auftakt auf Hochtouren.

Der offizielle Empfang im DFB-Quartier in Wyong mit Tönen eines Didgeridoo, dem traditionellen Blasinstrument der australischen Aborigines, und mehreren hundert Fans mit schwarz-rot-goldenen Fans geriet am Sonntag überaus freundlich. Das kann das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vom Gruppenrivalen Kolumbien nicht erwarten. 

Der Südamerika-Vizemeister hat vor der Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) für einen Skandal gesorgt, der natürlich auch die DFB-Frauen beschäftigt. Das irische Nationalteam brach ein Testspiel gegen Kolumbien nach etwa 20 Minuten ab, weil es nach Angaben des irischen Verbandes Fai «übermäßig körperlich» ausgetragen worden sei. Irlands Trainerin Vera Pauw sagte laut Medienberichten, ihre Spielerinnen hätten gar «Angst» um ihre körperliche Unversehrtheit gehabt.   

Voss-Tecklenburg warnt vor Spielweise

Kolumbien ist nach der Auftaktpartie der Vize-Europameisterinnen gegen Marokko am Montag in einer Woche (10.30 Uhr MESZ/ZDF) dann der zweite Vorrundengegner am 30. Juli (11.30 Uhr MESZ/ARD) in Sydney. Die Südamerikanerinnen gelten als der größte Rivale in der Gruppe H, die Südkorea komplettiert. 

Voss-Tecklenburg hatte schon mehrfach vor der körperlichen Spielweise der Kolumbianerinnen gewarnt - zuletzt bei der 2:3-Niederlage der Vize-Europameisterinnen gegen den ebenfalls robusten WM-Außenseiter Sambia in Fürth. Ihre Spielerinnen wollen sich aber von der harten Spielweise nicht beeindrucken lassen. «In solchen Situationen sollten wir die Bälle nicht lange halten, sondern mit ein, zwei Kontakten schnell spielen. So entgehen wir oft unnötigen Zweikämpfen. Aber natürlich müssen wir in den direkten Duellen auch dagegenhalten», sagte Vize-Kapitänin Svenja Huth am Sonntag bei «Bild».   

Der kolumbianische Verband äußerte sich in einer Stellungnahme auf der eigenen Internetseite zum Fall. Man akzeptiere Irlands Entscheidung eines Spielabbruchs, auch wenn sich das kolumbianische Team während der gesamten Zeit an die Spielregeln, den gesunden Wettbewerb und das Fairplay orientiert habe.  

«Körperliche und robuste Art»

«Das Spannende an einer WM ist, dass verschiedene Spielstile aufeinandertreffen», sagte Svenja Huth vom VfL Wolfsburg. «Dazu gehört bei manchen Teams auch eine körperliche und robuste Art. Daher hatten wir mit Sambia einen Testspielgegner, der so auftritt. Denn wir wissen, dass zum Beispiel auch Kolumbien so spielt.»

Die irische Mittelfeldspielerin Denise O'Sullivan zog sich bei dem Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit im australischen Brisbane bei einem Zweikampf eine Schienbeinverletzung zu und wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Medienberichten zufolge soll es sich aber um keinen Bruch handeln. Ihr Einsatz zum WM-Auftakt am 20. Juli gegen Co-Gastgeber Australien scheint also möglich.  

In den letzten Tagen der Vorbereitung liegt in der DFB-Auswahl das Augenmerk besonders auf der Abwehr. Es gehe darum, «dass wir alle wieder Bock haben zu verteidigen», sagte die Wolfsburger Torhüterin Merle Frohms: «Das hat uns bei der EM stark gemacht als Mannschaft und ausgezeichnet.»(dpa)



Vielleicht liegt es daran, dass sie mit ihrer Werbung etwas verhindern wollen. Dieses Mal hat der FC Homburg ein Fußballspiel verhindert.

— Helmut Schulte, Trainer des FC St. Pauli, über den FC Homburg, der in seiner letzten Bundesliga-Saison 1989/90 für Kondome warb.