Er ist wieder da! Monsieur Lucien Favre (64) kehrt Medienberichten vom Montag zufolge zu OGC Nizza zurück. An der Cote d‘ Azur hatte der Schweizer Coach schon einmal mit Nachhaltigkeit gewirkt.
Sonntag, 07.08.2022
Bonjour, Monsieur – und wir können nur sagen: „C’est bon!“ Seine Sprüche („Wenn du hast kein Abwehr, du hast kein Mannschaft“) sind Kult und er ist ein absoluter Taktik-Tüftler. Seit Montag steht fest: Lucien Favre wird wieder Trainer von OGC Nizza.
In der Bundesliga hat sich Favre vor über 10 Jahren schon einen Namen gemacht. Mit 4 Siegen aus den letzten 6 Spielen rettete der Schweizer den leck geschlagenen Fünffach-Meister Borussia Mönchengladbach noch in die Relegation, wo man mit 1:0 und 1:1 gegen den VfL Bochum die Bundesliga hielt
Es kam noch besser: 2015 führte Monsieur Le Favre den Traditionsklub aus Mönchengladbach als erster Coach in die Champions-League-Gruppenphase, mit dem 2:0 bei Werder Bremen (unser Redakteur war damals live vor Ort) setzten die Gladbacher einen Meilenstein
89 von 189 Pflichtspielen mit den Gladbachern konnte Favre gewinnen, 1.679 Tage regierte er im Borussia-Park, nur 2 Trainer machten mehr Spiele: Die Klub-Legenden Jupp Heynckes und „Der Don“, Hennes Weisweiler (458)
Das 2:0 gegen Apollon Limassol in der Europa League war am 6. November 2014 das 18. Pflichtspiel ohne Niederlage – ein neuer Vereinsrekord, mit dem 17 Partien ohne Pleite aus der Meistersaison 1970/71 übertrumpft wurden
Seit seinem „Aus“ bei Borussia Dortmund im Dezember 2020 war Favre ohne Engagement. Beim Vereins-Namensvetter wurde Favre durch die verpasste Deutsche Meisterschaft 2019 zum „Nearly Man“.
Aber: In Dortmund war nur ein Trainer, der mehr als 100 Pflichtspiele absolvierte, besser als Favre (Punkteschnitt: 2,01 / 110 Spiele) und das war der spätere Champions-League-Gewinner Thomas Tuchel (2,12 / 107 Partien).
Bei OGC Nizza hatte er zwischen 2016 und 2018 einen gegenüber den Engagements in Dortmund und Mönchengladbach einen (1,66 Punkte pro Partie) leicht schlechteren Punkteschnitt (1,54 Zähler / 99 Spiele), aber eben auch die geringste Spiel-Anzahl wie zuvor bzw. danach in der Bundesliga.
In der Ligue 1 kommt Favre auf einen Fabel-Wert: Mit dem Team von der Cote d‘ Azur gewann er 49 Prozent seiner 76 Spiele, 37-mal durfte er in der französischen Eliteliga einen Erfolg des OGC bejubeln.
Das ist die höchste Sieg-Quote, die je ein Coach mit den „Aiglons“ eingespielt hat.
Wenn jeder Spieler zehn Prozent von seinem Ego an das Team abgibt, haben wir einen Spieler mehr auf dem Feld.
— Berti Vogts