1. Bundesliga

BVB: Die Problemzone Abwehr bleibt

22.01.2023

Borussia Dortmund
4:3
FC Augsburg

Deutschlands Krise ist auch BVB-Krise – das war zumindest eine der einfachsten Formeln für viele Kritiker nach dem blamablen WM-Vorrunden-„Aus“ der DFB-Elf in Katar. Die Dortmunder Nationalspieler Nico Schlotterbeck und Niklas „Big Nik“ Süle konnten in der Abwehr nicht überzeugen. Ein Spiegelbild zu den Werten beim BVB, wo die Defensive kaum besser aufgestellt ist als letzte Saison unter Marco Rose (jetzt RB Leipzig).

Die missglückte Blockbildung mit Spielern von Bayern München und Borussia Dortmund (Fussballdaten.de berichtete) machte sich vor allem in den Leistungen respektive den Noten von Schlotterbeck und Süle fest: 5 bzw. 5 minus. Neuzugang Schlotterbeck verlor 41 Prozent seiner Zweikämpfe.

21 Gegentreffer

Mit Blick auf die Statistiken der Borussia in den 15 absolvierten Hinrunden-Spielen in der Bundesliga vor der WM-Pause sehen wir klar: Es hat sich wenig geändert in Dortmund.

21 Gegentore hat die westfälische Borussia in 15 Spielen kassiert, davon 17 aus dem laufenden Spielgeschehen heraus (so viele wie seit 2018 nicht), 4 nach Standards. 7-mal wurden Torhüter Gregor Kobel und sein Vertreter Alexander Meyer mit Fernschüssen überwunden, u. a. 2-mal gegen den FC Bayern München (2:2). Mehr Tore aus der Distanz kassierte Dortmund seit 2018 nie. 

Unter dem in Dortmund glücklos wirkenden Marco Rose hatte man zum gleichen Saison-Zeitpunkt 2021/2022 genau zwei Tore mehr kassiert (23 / Höchstwert seit 2108/2019). So viel zum Thema „Endlich Terz mit Terzic“. 

Diese Gegentreffer in der einzigen BVB-Saison mit Rose setzten sich so zusammen: 14 aus dem laufenden Spiel und gar 9 nach Standardsituationen. 16-mal kamen Dortmunds Gegner im Strafraum zum Tor-Erfolg. 

6 Kopfball-Gegentreffer

  • Signifikant ist in diesem Jahr auch der Zeitpunkt der Gegentore: Nach der 75. Minute ist Borussia Dortmund besonders anfällig. 5-mal gab es in der Schlussviertelstunde einen Treffer, 2021 waren es nach 15 Spielen sogar 6, das ist der höchste Wert der letzten fünf Jahre. 
  • Auch bei Kopfbällen wird die Dortmunder Abwehr schnell zum Panikorchester – 6-mal köpften die Gegenspieler den Ball ins Netz, Fünf-Jahres-Höchstwert. Im Vorjahr gelang nur ein gegnerischer Kopfballtreffer. 
  • Die Fast-Meister-Saison 2018/2019, sie scheint auch in dieser Statistik Lichtjahre entfernt zu sein. Unter Monsieur Le Favre („Wenn du hast kein Abwehr, dann du hast kein Mannschaft“) kassierte der Titelanwärter damals nur 15 Gegentore in 15 Partien, dabei nur zwei per Distanzschuss und nur 2 ab der 75. Minute. 

Wie kömmt’s? „Das größte Problem des BVB liegt derzeit im konsequenten Verteidigen“, analysierte das Kicker-Sportmagazin während der WM in seiner Ausgabe vom 24. November 2022, „so agiert Jude Bellingham gegen den Ball oft vogelwild, attackiert übermotiviert in den falschen Zonen und hinterlässt, wenn er überspielt wird, Löcher, die der andere Sechser und die Abwehrreihe häufig nicht mehr schließen können.“